Nur noch 12 Wochen

Nur noch 12 Wochen. Eigentlich ist das ja jede Menge Zeit. Aber als ich gerade auf den Kalender geschaut und festgestellt habe, dass es tatsächlich nur noch 12 Wochen sind, bis wir unsere Expedition in die Arktis starten ist mir doch ein bisschen mulmig geworden.

Hallo erst mal! Mein Name ist Sebastian Krug, eigentlich bin ich Doktorand in der Arbeitsgruppe von Prof. Riebesell am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, aber für diese Aktion habe ich die Ehre und das Vergnügen (das ist durchaus nicht sarkastisch gemeint) die Logistik für unser Experiment zu planen. Die Herausforderungen sind enorm! Schließlich gilt es neun 8m hohe und fast 2t schwere Mesokosmen nach Ny Alesund auf Spitzbergen zu transportieren.

Aber vielleicht erst einmal von Vorne. Was ist denn eigentlich ein Mesokosmos? Was können wir damit erforschen? Und warum zur Hölle müssen wir damit an das Ende der Welt? Alles gute und berechtigte Fragen und so schön einfach zu beantworten. Ich hoffe die Fragen, die ich bei der Verteidigung meiner Promotion bekommen werde sind auch so einfach. Aber ich schweife ab …

Der Name Mesokosmos setzt sich aus zwei Teilen zusammen, wobei der Ursprung im Griechischen zu finden ist. Dabei bedeutet „Kosmos“ so etwas wie „die Welt“. „Meso“ ist eine Größenangabe und bedeutet „mittelgroß“. Unsere Türme die wir vor Ny Alesund ins Wasser setzen sind also mittelgroße Welten. Das trifft es eigentlich ziemlich gut. Auf dieser Website gibt es eine schöne Zeichnung , die das grobe Konzept erläutert. Aber im Großen und Ganzen bestehen unsere Welten aus zwei Teilen. Dem Schwimmkörper und dem Sack. Der Sack wird 17m lang sein, davon befinden sich 15m unter Wasser, bei 2m Durchmesser ergibt das etwa ein Volumen von 47m³. Wer jetzt in Mathe, 6 Klasse, gut aufgepasst hat, weiß, dass das 47.000 Litern entspricht.

Ich bin als Taucher ja nun schon oft an diesen Säcken auf- und abgetaucht und ich finde dass der Begriff „mittelgroß“ definitiv zu klein für unser Mesokosmen ist. Aber, naja, was soll man machen. Während des Experiments werden wir sicherlich jede Menge Unterwasser Fotos machen, dann könnt ihr Euch hoffentlich selbst davon überzeugen.

Auf zu Frage 2. Was kann man damit machen? Ich werde euch beim weitern Fortschreiten des Blogs ein bisschen näher erklären, wie alles genau funktioniert, hier erst mal nur so viel: Mit den Säcken stechen wir 47m³ Ozean aus und versuchen somit ein mehr oder weniger unberührtes Ökosystem in unseren Mesokosmen einzusperren. Danach kann man eigentlich darin alles simulieren was man möchte. Man könnte die Auswirkungen von Schadstoffen analysiere, man könnte Dünger zugeben oder wie in unserem Fall die Klimawandel bedingte Ozeanversauerung analysieren. Wie wir das genau machen, erzähl ich euch wenn es soweit ist.

Warum wir das in der Arktis machen? Also ich wünscht die Antwort wäre, weil es so schön einfach ist und weil es überhaupt kein Problem ist das ganze Equipment dort hin zu schaffen. Naja, das Theater hab ich jetzt am Hals, aber damit will ich Euch gar nicht weiter belästigen. Die zwei wichtigsten Gründe für ein Experiment in der Arktis ist zum einen, dass der Effekt der Versauerung dort oben besonders gravierend sein wird und zum anderen ist ein Kernthema unserer Studie die Flügelschnecke. Diese kleinen Schnecken schwimmen frei im Wasser umher und bilden zusammen mit anderen Gruppen das Fundament des Ökosystems. Sollte es diesen Schnecken mit ihren filigranen Kalkschalen in der Zukunft nicht gut gehen, dann könnte es große Probleme für das gesamte Ökosystem bedeuten.

So, das war jetzt erste Artikel für unseren Blog. Hier wird es jetzt regelmäßig viele Neuigkeiten über unsere Expedition geben. Bis bald Sebastian

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