Noch 10 Wochen (Der Schießkurs)

Nun haben wir es also geschafft. Zwar sind wir jetzt keine stattlich geprüften Eisbärjäger aber immerhin können wir uns jetzt alle in der Wildnis vor Meister Petz verteidigen. Der Kurs war sehr interessant und gerade der Praxisteil hatte doch ein wenig die menschlichen Urinstinkte in uns wachgerufen. (Eigentlich hätte ich männliche Urinstinkte schreiben wollen, aber Andrea und Kerstin hat es auch sichtlich Spaß gemacht wehrlose Pappscheiben zu durchlöchern.)

Aber beginnen wir doch von vorne:

Der Polarbear Protection Course begann am Donnerstagnachmittag mit einer Einführung in die Biologie des Eisbären. Nachdem Motte: „Denk wie ein Eisbär, sei ein Eisbär“ waren wir nun also schon einmal darauf vorbereitet, den Bärchen gar nicht erst zu begegnen. Es ist zum Beispiel strengstens verboten Bärenspuren zu folgen. Am Besten sei es daher den Spuren entgegengesetzt zu folgen, um Konfrontationen zu vermeiden. Auf den Fall in denen der Bär rückwärts durch die Pampa marschiert, wurden wir allerdings nicht vorbereitet. Part zwei beinhaltete die Waffenkunde. Mit einer Waffe Baujahr 1936 umzugehen war überraschend einfach und die Frage warum wir uns mit so alten Dingern abmühen müssen, konnte auch suffizient erläutert werden. Die modernen halbautomatischen Waffen sind den Kälte-, Schnee- und Sandbedingungen in der Arktis einfach nicht gewachsen. Um jetzt alle Eisbärliebhaber erneut zu beruhigen hier die Reihenfolge der Maßnahmen, um sich vor weißen Bären zu schützen.

  1. Konfrontationen vermeiden (leichter gesagt als getan, schließlich entdeckt der Bär uns und nicht wir ihn).
  2. Jede Menge Lärm kann die Bären abschrecken. Also schmeißt eure Schneescooter an, schlagt mit eurem Kochgeschirr oder singt einfach ein Lied (letzteres sollte zumindest in meinem Fall jeden Bären verschrecken, könnte mir aber vorstellen, dass die Genfer Eisbärkonvention diese Maßnahme verbietet).
  3. Schuss mit der Signalpistole vor den Bären in den Boden. (kann extrem wirkungsvoll sein wenn, man den Boden VOR dem Bären trifft, kann aber auch extrem wirkungslos sein wenn man den Boden HINTER dem Bären trifft).
  4. Die absolut letzte Maßnahme wäre dann das Erschießen des Bären. Dafür muss der Bär allerdings dichter als 35m an uns dran sein. Dieser Punkt ist glücklicherweise sehr sehr unwahrscheinlich und die meisten von uns würden sich auch nicht mehr nach Hause trauen, sollten sie wirklich einen Bären erschossen haben. (zu Mal wir das Fell sowieso nicht behalten dürfen)

So vorbereitet, konnten wir uns erst einmal mit den Nahkampftechniken befassen. Da es aber überaus schwer war einen Bär in Jans Größe aufzutreiben und er diesen auch nur durch tatkräftige Unterstützung der daneben stehenden Kameraden niederringen konnte (Bild), haben wir uns dann doch lieber der Gewehrpraxis zugewandt. Erschwerend kam hinzu, dass wir nun erfahren haben, dass auf Pinguinunterstützung rund um Spitzbergen eher etwas länger gewartet werden muss.

Die Praxis lief dann wie erwartet. Warten, warten, noch ein bisschen warten und dann 5 Schuss auf 100m-Scheiben abgeben, wieder warten, warten, warten. Bei 1°C Lufttemperatur, hatte das auch schon ein bisschen von Arktistraining. Im Anschluss durften wir noch einmal auf 35m entfernte Eisbärscheiben schießen. Da das bei allen sehr passabel verließ und sich niemand verletzt hat, dürfen wir uns nun in Ny Alesund aus dem Ort wagen.

Bild 3: Dieser Pappbär wäre keine Bedrohung mehr. Wenn die Bären also für 5 Minuten regunglos sitzenbleiben, könnte der Schutz funktionieren. Allerdings dürfte ich dann wohl auch nicht mehr auf in Schießen … naja …. Details

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