Noch 6 Wochen (Das Ergebnis)

So, der Vorversuch ist abgeschlossen. Und wenn man das mal mit einem Wort zusammenfasst: „überaus erfolgreich“ … ääh zwei Worte!

Die Salzzugabe mit der Spinne hat prima funktioniert. Nachdem ich schon von einem guten Freund und Chemieingenieur darauf hingewiesen wurde, dass das kein einfaches Unterfangen ist Salzwasser mit einer Salinität vergleichbar dem des Totenmeers (etwa 33%) in das Brackwasser der Ostsee (etwa 16 ‰) einzumischen, bin ich nun doch etwas stolz berichten zu können, dass es durch Jans geniale Spinne möglich war. Wir konnten also mit etwa 9 kg die Salinität um 0,3 Einheiten erhöhen und damit das Volumen des Sackes auf 1% genau bestimmen. Was bei 15m³ einen Fehler von etwa 150 Liter ausmacht. Für unseren Versuch ein hervorragendes Ergebnis.

Ein weiterer Sinn des Vorversuchs bestand darin, unsere Taucheinsätze zu trainieren. Wie ich früher schon geschrieben hatte, müssen wir nach dem Herablassen der Säcke die Bodenplatten taucherisch verschließen und verschrauben. Wichtig ist allerdings auch, dass wir in der Lange sein müssen die Platten auch wieder zu öffnen. Denn sollte aus irgendwelchen Gründen das Experiment abgebrochen werden müssen, sind wir so in der Lage, dass Wasser komplett auszutauschen und erneut zu starten. Allerdings gibt es da ein kleines Problem. Die Sedimentfalle!

Kurze Einführung in dieses Instrument:

Verschließen wir die Bodenplatte, so klappt automatisch ein 2m großer Trichter aus, der alles einfängt, was in der Wassersäule nach unten sinkt. Dieser Prozess ist für unser Experiment überaus wichtig zu erforschen. Denn sollte die Ozeanversauerung Einfluss auf den Stofftransport in die Tiefe haben, so wäre dies eine kleine Sensation.

Problematisch wird es, wenn die Bodenplatten wieder geöffnet werden müssten. Denn leider klappt sich der Trichter nicht wieder automatisch ein. Also muss ein Taucher etwas in den Kosmos hinein tauchen und die Falle wieder nach unten ziehen und in Position bringen, während ein zweiter Taucher die Position der Falle sichert. Hört sich einfach an, bedarf aber einer ziemlichen körperlichen Anstrengung und einer gewissen Geschicklichkeit, die wir in unserem Versuch erfolgreich getestet haben.

Jetzt werde ich mich erst mal in meinen wohlverdienten Osterurlaub verabschieden, bevor ich dann hoffentlich in zwei Wochen davon berichten kann, dass unser 20 Fuß Container erfolgreich Richtung Spitzbergen unterwegs ist.