Was mach ich eigentlich hier …..?

Während ich anfange mir diese Frage immer und immer wieder zu stellen, dachte ich mir, ich könnte sie euch wenigstens mal beantworten.

Wenn man verantwortlich für die Logistik ist, dass Experiment aber schon seit über 2 Wochen super läuft, so könnte man meinen, mein Job wäre gelaufen. Um ganz ehrlich zu sein, so ungefähr hatte ich mir das auch vorgestellt. Mal schön die anderen beobachten, wie sie für Ihre Publikationen arbeiten und selber vielleicht mal ein bisschen in der Hängematte abhängen. Leider scheiterte dieser phänomenale Plan an zwei wesentlichen Punkten:

  1. Es mangelt ein klein wenig an Bäume für meine Hängematte
  2. Merkwürdigerweise mangelt es auch an Zeit

Um Punkt eins zu verdeutlichen informiert man sich am besten mal über die Arktische Tundra. Dann findet man auch schnell heraus, dass Flechten, Moose und der Gegenblättrige Steinbrech eher ungeeignet sind um Hängematten aufzuhängen. Auf alle Fälle erreicht man mit diesen Pflanzenvertretern (ich weiß, ich weiß …. Flechten als Pflanzenvertreter zu bezeichnen kann man diskutieren) keine vernünftige Höhe.

Punkt 2 versteh ich selbst nicht so genau. Eigentlich mache ich ja den ganzen Tag nicht wirklich was. Morgens mal eine Schicht Probennahme für 3h … na gut … ist ja nichts dabei. Das Assentieren bei den Abfüllarbeiten vor der Filtrationshalle darf man hier gar nicht groß erwähnen. Auch die erneute Ausfahrt, um 24h-Inkubationsproben ins Labor zu bringen und diverse Zooplanktonproben zu sammeln kann eigentlich vernachlässigt werden. Das regelmäßig Schichtpläne für die Probennahme geschrieben, gedruckt und ausgehängt werden müssen, fällt zwar in meinen Aufgabenbereich, kann man aber immer für einige Tage im Voraus planen. Kontrolltauchgänge die sich über 4h hinziehen werden ja auch nicht ständig durchgeführt und Flügelschnecken-Fang-Aktionen finden auch nur alle paar Tage statt. Die Planungen der Abbauarbeiten kann man ja mal so nebenher durchdenken und aufschreiben, so dass dann auch immer gerne mal Zeit ist, den völlig überarbeiteten Labormäusen ein bisschen unter die Arme zu greifen. Erst einmal habe ich die Lagerhalle gefegt und gewischt und nur ganz kurz musste ich mit der logistischen Herausforderung befassen eine ganz bestimmte Espresso-Sorte kostenlos nach Ny Alesund zu organisieren, um die Arbeitsmoral nicht unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert absinken zu lassen. Wann dann noch Zeit ist, kann man gegen 23 Uhr mal gemütlich zur Tankstelle schlendern und die Kanister für die Boote füllen.

Also wie Ihr seht, habe ich im Großen und Ganzen nichts zu tun, daher frage ich mich ständig wo eigentlich die Zeit bleibt. Ich bin nur froh, dass sich wenigstens der Blog von selbst schreibt.

Advertisements

3 Responses

  1. Lieber Sebastian,
    dank für die Informationen. Dein Tagebuch hat ja durchaus kabarettistische Höhepunkte!
    LG an Alle Martin

  2. Lieber Sebastian,

    wie gut, dass du neben der ausreichenden Zeit auch noch über so gutes Organisationstalent verfügst 😉
    Freue mich jedesmal, wenn ich deine Berichte lese. Vielleicht solltest du doch ein Buch schreiben.

    Halte durch und liebe Grüße an alle.
    Sabine

  3. Moin Sebastian,
    bestell bitte allen einen lieben Gruß!
    Lese hier ab und zu mal rein, die Idee mit dem Buch find ich gar nicht so schlecht. Why not?

    Viel Erfolg!
    Micha G.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: